Rollenketten

Aufbau von Rollenketten

Rollenketten haben von allen Kettenarten die höchste Bedeutung erlangt. Sie werden von 6 mm bis 3“ (Zoll) Teilung angeboten und decken deshalb ein sehr breites Anwendungsspektrum ab. Mit einer Einfach-Rollenkette der Teilung 3“ kann man eine Leistung bis zu 225 kW übertragen!

Drei Maße definieren die Rollenkette im Wesentlichen:

• die Teilung p in mm oder Zoll
• die innere Breite b1 in mm oder Zoll
• der Rollendurchmesser d1 in mm oder Zoll

Mit „Handelsbezeichnung“ wird meistens der Ausdruck p x b1 benannt.
Andere Maße wie z.B. die äußere Breite a1 können von Hersteller zu Hersteller durchaus variieren, wenn unterschiedlich starkes Material für die Laschen verwendet wird. Auch die Laschenhöhe g kann unterschiedlich sein.

Die Rollenkette besteht aus Innen- und Außengliedern.

Die Innenglieder bestehen aus zwei Laschen mit Laschenaugen, in die zwei Hülsen eingepresst sind. Auf die Hülsen sind die Rollen drehbar aufgeschoben.



Die Außenglieder bestehen aus einer Außenlasche mit eingepressten Nieten (Stiftbock) und einer weiteren Außenlasche. Durch die Außenglieder werden die Innenglieder verbunden, indem die Nieten des Stiftbocks durch die Hülsen des Innengliedes geschoben und mit der zweiten Außenlasche vernietet werden.

Man unterscheidet Einfach-, Zweifach- und Dreifach-Rollenketten. Diese drei Bauarten werden oft als „Simplex“, „Duplex“ und „Triplex“ bezeichnet.

Kettentriebe mit kleinerer Teilung laufen ruhiger und sind für höhere Kettengeschwindigkeiten geeignet. Deshalb sind bei Grenzfällen zur Übertragung einer bestimmten Leistung z.B. Zweifach-Rollenketten geeigneter als Einfach-Rollenketten, weil man damit eine kleinere Teilung bekommt. Mehrfach-Rollenketten sind aber empfindlicher gegen Fluchtungs- und Spurfehler als Einfach-Rollenketten.


Auslegung von Kettentrieben

Vorauswahl nach Leistungsnorm

Grundlegend für die Wahl der Rollenkette sind folgende Daten:

1. zu übertragende Leistung P in kW
2. Drehzahl des treibenden Rades n1 in min-1
3. Übersetzungsverhältnis i = n1/n2 = z2/z1
4. Betriebsbedingungen des Triebes (Stoßbelastung, Schmierung, Unförmigkeitsgrad durch Polygoneffekt)
5. Wellenabstand a in mm

Leistungsdiagramm DIN 8187


 
Die Grafik zeigt die Leistungsdaten der genormten Rollenketten - ohne Rollenketten nach Werksnorm - bei standardisierten und optimalen Betriebsbedingungen. Mit Hilfe dieser Darstellung kann durch die Parameter der Leistung P und der Drehzahl n1 des kleinen Kettenrades die Vorauswahl des Kettentyps erfolgen. Für Rollenketten nach DIN 8188 liegt ein analoges Leistungsdiagramm vor. Beide Diagramme stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Lebensdauer

Als Lebensdauer eines Kettentriebes sind normalerweise 15.000 Betriebsstunden zugrunde gelegt. Aufgrund des Verschleißes längt sich die Rollenkette. Hat die Längung der Kette 3 % oder 30 mm bei 1000 mm Kettenlänge erreicht, soll die Rollenkette gewechselt werden!

Polygoneffekt und Zähnezahl

Infolge der vieleckförmigen Auflage einer Rollenkette auf dem Kettenrad schwankt der wirksame Durchmesser am Kettenrad. Damit ändert sich - auch bei konstanter Winkelgeschwindigkeit - die Kettengeschwindigkeit.
Diese Ungleichförmigkeit wird als Polygoneffekt bezeichnet.


 
Die effektiven Auswirkungen sind von vielen Faktoren abhängig. Prinzipiell führt der Polygoneffekt zu unruhigem Lauf und erzeugt Schwingungen. Seine Bedeutung nimmt mit steigender Zähnezahl exponentiell ab. Je geringer die Zähnezahl, umso geringer die zulässige Gelenkflächenpressung und umso größer der Polygoneffekt.

Im Abwägungsfall ist eine kleinere Teilung, und damit eine größere Zähnezahl sowie ein geringerer Polygoneffekt zu wählen!

Bei geringeren Geschwindigkeiten sind mindestens 17 Zähne zu wählen. Ab mittleren Geschwindigkeiten oder im Bereich der maximalen Belastung sind 21 Zähne vorzusehen. Das große Kettenrad sollte 120 Zähne nicht überschreiten. Eine ungerade Zähnezahl bei dem kleineren Rad des Kettentriebes wirkt dem Verschleiß des ganzen Triebes entgegen.

Kettengeschwindigkeit

Je höher die Drehzahl, bzw. die Kettengeschwindigkeit, desto geringer die zulässige Gelenkflächenpressung! Als oberer Grenzwert gelten im Allgemeinen 20 m/s. Unter optimalen Bedingungen sind 30 m/s erreichbar. Mit steigender Teilung fallen diese Werte stark ab.

Anordnung von Kettentrieben

Lage des Kettentriebes

Die horizontale Lage des Kettentriebes ist zu bevorzugen. Die Verbindungslinie beider Wellenachsen und die Wellenachsen selbst liegen in einer horizontalen Ebene. Der Kettendurchhang des Leertrums sollte° etwa 1 % des Achsabstands betragen. Der mittlere Achsabstand sollte zwischen 30 und 60 Kettenteilungen p liegen. Der empfohlene Umschlingungswinkel ist abhängig von der Zähnezahl:
bei  z1 ≤ 21   Winkel ≥ 120 ͦ
bei  z1 > 21   Winkel ≥ 90 ͦ


 
Bis max. zur Neigung des Kettentriebes von 60 ͦ  aus der horizontalen Ebene sind keine Spann- oder Führungselemente erforderlich. Der Lasttrum liegt oben, ebenso das kleinere Kettenrad.


 
Bei vertikaler Anordnung des Kettentriebes ist ein Spannrad oder eine andere geeignete Spanneinrichtung erforderlich. Zur Anpassung des Triebes an den vorhandenen Einbauraum können Umlenkräder eingesetzt werden. Leitschienen unterstützen bei großen Achsabständen die losen und freien Kettenstränge.

 

Spur des Kettentriebes

Die Exaktheit der Wellenspur hat einen erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer des Kettentriebes. Parallelität der Wellen und saubere Fluchtung sind zu gewährleisten. Geräte zur Ausrichtung werden von uns geliefert. Für langsam laufende Wellen kann eine Abweichung von 0,2 mm je 100 mm akzeptiert werden. Schnell laufende Triebe mit kurzem Achsabstand sollen mit einer Toleranz von 0,1 mm spuren. Bei Abweichungen schränkt sich die Gelenkbeweglichkeit ein, zusätzliche Schwingungen entstehen auch seitlich und der Verschleiß steigt.

 
Kettenspannung und Kettenführung

Die Kettenspannung dient dazu den Durchhang im Leertrum in Grenzen zu halten. Da eine Rollenkette ja bis 3 % Längung bei einfachen Trieben verträgt, muss für diese, für die während der Lebensdauer der Rollenkette entstehende Länge, ein Ausgleich geschaffen werden. Dazu dienen Kettenspannräder oder gefederte Gleitstücke. Kettenspannräder und gefederte Gleitstücke werden im Leertrum des Kettentriebes eingebaut. Durch den Einsatz von Kettenspannern werden Schwingungen erheblich reduziert. Die Lebensdauer des Kettentriebes wird dadurch wesentlich verlängert.
Hochleistungstriebe vertragen eine Längung von ca. 2 % und Sonderanwendungen wie Synchronlauf oder Positionierung erlauben ca. 1 %.

Kettentriebe

Kernsortiment

Liefersortiment

EUROCHAIN
RENOLD
SKF
WIPPERMANN
 

Rollenketten

Rollenketten haben von allen Kettenarten die höchste Bedeutung erlangt.

Rollenketten werden von 6mm bis 3" Teilung angeboten und decken deshalb ein sehr breites Anwendungsspektrum ab.

Mit einer Einfachkette der Teilung 3" kann man eine Leistung von 225 kW übertragen!

Antriebstechnik Service

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