Kleben, Sichern, Fügen

Moderne Klebstoffe sind maßgeblich für die Langlebigkeit und Werterhaltung von Maschinen in verschiedenen Industriezweigen verantwortlich. Sie helfen, Arbeitsabläufe zu optimieren, Gummi, Metalle, Kunststoffe und andere Werkstoffe zuverlässig abzudichten und zu verkleben.
Klebstoffe werden zunehmend in der industriellen Fertigung eingesetzt. Das hat gute Gründe! Denn durch ständige Weiterentwicklung kommen immer bessere Produkte im Bereich der Klebstoffe auf den Markt, die hochfeste Verbindungen der unterschiedlichsten Materialien ermöglichen. Dadurch stößt die Klebetechnik auch in neue Anwendungsfelder vor.

Da jeder Klebstoff für spezifische Anwendungen bestimmt ist, empfehlen wir, sich an unsere kompetenten Fachberater zu wenden, die gemeinsam mit Ihnen eine
fachgerechte und wirtschaftliche Problemlösung finden.

Mit der DIN 16920 werden die Klebstoffverarbeitung und die Begriffe für Klebstoffe definiert. Unter dem Oberbegriff Kleben versteht man „das kraftschlüssige Verbinden zweier Fügeteile mit Hilfe eines Klebstoffes“. Beim Kleben werden gleiche oder unterschiedliche Materialien durch eine aushärtende Klebstoffzwischenschicht miteinander verbunden. Der Klebstoff härtet durch Trocknung oder durch chemische Reaktion aus und hält dadurch die Materialien zusammen.
Die Festigkeit der Klebeverbindung hängt von der Bindefestigkeit des Klebstoffes an den beiden Fügeflächen (Adhäsion) und der inneren Festigkeit der Klebstoffschicht (Kohäsion) ab.

Vorteile von Klebeverbindungen gegenüber den herkömmlichen Verbindungsverfahren:

Dichte Verbindungen
Klebstoffe dienen gleichzeitig als Dichtstoff gegen Druck- oder Flüssigkeitsverlust. Außerdem verhindert die Klebstoffschicht das Eindringen von Kondenswasser und die mögliche Korrosion.

Dämpfung
Durch das Verkleben auf der gesamten Fläche ist die Schwingungsdämpfung bei einer Klebefuge wesentlich besser als bei genieteten oder geschweißten Verbindungen.

Gewichtsersparnis
Eine Klebeverbindung erfordert wenig Raum und damit Gewicht, daher ist der Einsatz z. B. im Leichtbau besonders vorteilhaft, da hier Teile von geringer Stärke verbunden werden müssen (dünner als 0,5 mm), was durch Löten und Schweißen äußerst problematisch bis unmöglich ist.

Zeit- und Kosteneinsparung
Eine Verklebung spart durch schnelle und einfache Handhabung Zeit und Kosten. Ebenso kann im Vorfeld eine kostensparende Konstruktion der Fügeteile geplant werden.

Richtige Vorbereitung der Klebeflächen

Eine gute Adhäsionskraft (Haftung) lässt sich nur erreichen, wenn die Fügeflächen von allen Fremdstoffen gereinigt, leicht aufgeraut und getrocknet wurden. Die Fließfähigkeit des Klebers muss während des Auftragens so gut sein, dass die Fügeflächen dünn und gleichmäßig benetzt werden können (bei Kontaktklebern ist die Ablüftzeit zu beachten). Die Verbindung zwischen den Fügeflächen kann weiterhin durch Haftvermittler (Primer) verbessert werden. Die Adhäsionskräfte können durch folgende Maßnahmen verbessert werden:

  • Entfernen unerwünschter Oberflächenfilme durch Entfetten, Sandstrahlen oder mechanisches Abschleifen
  • Aufbau einer neuen aktiven Oberfläche durch Primerauftrag
  • Änderung der Oberflächenaktivität durch Beizen usw.

Gestaltung der Klebeverbindung

Die Belastbarkeit einer Verklebung hängt u. a. von der Größe der Klebefläche, aber vor allem von der Art der Beanspruchung ab. Um zu erkennen, welche Kräfte in welcher Richtung wirken empfiehlt es sich die zu verklebenden Teile aneinander halten und diese so zu bewegen wie sie später beansprucht werden.
Bei geringer Belastung kann ein stumpfer Stoß gewählt werden, bei größeren Belastungen ist die Klebestelle z. B. durch eine einseitige/zweiseitige Lasche, Überlappung oder Schäftung zu vergrößern.
Schälbelastungen sind durch Bördeln, Materialverstärkungen oder Abrunden anfälliger Ecken zu vermeiden.

Oberflächen/Eigenschaften der Werkstoffe

Durch Aufrauhen der Werkstoffoberfläche wird die Kontaktfläche für den Klebstoff vergrößert. Je flüssiger der Klebstoff, umso leichter ist die Benetzung der Werkstückoberfläche.
Die Klebefreundlichkeit (Adhäsion) der unterschiedlichen Werkstoffe variiert erheblich. Bei Werkstoff-Mischpaarungen muss von der ungünstigsten Oberfläche ausgegangen werden. Sorgfältige Entfettung und Reinigung sind die Voraussetzung für einen sicheren Haftungsaufbau. Haftreiniger und/oder Primer tragen zur gewünschten Prozess-Sicherheit bei. Oxidschichten bzw. schlecht haftende Schichten müssen mechanisch entfettet werden.

Sofortklebstoffe

Sofortklebstoffe, auch bekannt als Cyanacrylate, härten zwischen eng anliegenden Flächen sehr schnell aus. Die Feuchtigkeit auf den Fügeflächen löst die Aushärtereaktion aus, die von den Oberflächen der Teile ausgehend zur Mitte der Klebfuge verläuft. Cyanacrylate werden zum Kleben von kleinen Teilen eingesetzt. Wegen ihres eingeschränkten Spaltfüllvermögens erfordern sie genau passende Oberflächen. Sie haften hervorragend auf den meisten Werkstoffen, und die Klebefestigkeit bei Scher- und Zugbelastung ist sehr gut. Für Klebungen, die über längere Zeiträume der Einwirkung von Wasser ausgesetzt sind, ist die Wahl des passenden Klebstoffs und die Prüfung der Alterungsbeständigkeit entscheidend.

Schmelzklebstoffe

Schmelzklebstoffe sind in fester Form als Granulate, Würfel oder Sticks erhältlich und basieren auf verschiedenen Rohstoffgruppen, z. B. Ethylen-Vinylacetat-Copolymer (EVA), Polyamid (PA), Polyolefin-Copolymer (APP).
Bei reaktiven Schmelzklebstoffen auf Basis von Polyurethan (PUR-Hotmelts) findet nach dem Abkühlen zusätzlich eine chemische Vernetzung statt.

  • Schmelzklebstoffe werden dort eingesetzt, wo eine hohe Anfangsfestigkeit erforderlich ist.
  • Der Auftrag erfolgt mit speziellen Auftragsgeräten oder Hotmelt-Pistolen.

Schmelzklebstoffe wurden für das Kleben verschiedener Materialien entwickelt, u. a für schwer zu verklebende Kunststoffe. Diese Klebstoffe erfüllen höchste Ansprüche für moderne Anwendungen in einer Vielzahl von Branchen. Schmelzklebstoffe sind ideal geeignet für Anwendungen, die hohe Produktionsgeschwindigkeiten, vielseitige Klebeeigenschaften, ein sehr hohes Spaltfüllvermögen, schnelle Anfangsfestigkeit und minimale Schrumpfung erfordern. Schmelzklebstoffe bieten zahlreiche Vorteile, von offenen Zeiten zwischen wenigen Sekunden und einigen Minuten (Kleben ohne Klammern oder sonstige Befestigungen) bis hin zu langer Haltbarkeit und ausgezeichneter Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, Chemikalien, Öle und extreme Temperaturen.

Epoxy-Kleber – Epoxy-Flüssigmetalle

Epoxy-Kleber sind die Lösung für viele Reparaturen an Ort und Stelle mit hoher Qualität und geringem Aufwand füllen Risse und Löcher, Fehlbohrungen und Lunker, ermöglichen Reparaturen an defekten Gewinden und können eingesetzt werden als Spachtel für flächige Reparaturen. Epoxy-Kleber können nach Aushärten (ca. 30 Minuten) mit spanenden Verformungsverfahren bearbeitet werden, z. B. Schleifen, Sägen, Bohren, Gewindeschneiden, Fräsen.

Schraubensicherung

Moderne Schraubensicherungen durch Verkleben haben herkömmliche Methoden der Schraubensicherung wie z. B. Federringe, Unterlegscheiben, Splinte etc. weitestgehend abgelöst und an enormer Bedeutung gewonnen. Des Weiteren kann auf die Benutzung von Spezialschrauben verzichtet werden und stattdessen können normale Schaft-Schrauben verwendet werden, die wesentlich preiswerter sind. Es werden höchste Ansprüche an die Belastbarkeit einer Schraubensicherung erfüllt. Der Klebstoff härtet unter Luftabschluss und gleichzeitigem Metallkontakt aus.
Verarbeiten, Dosieren, Auftragen
Damit eine Gewährleistung der Qualität und hohe Belastbarkeit der Verklebung gegeben ist, müssen die Klebeflächen vorbehandelt werden. Um eine optimale Verklebung zu erreichen, müssen die Oberflächen vor Verarbeitung staub-, fett- und ölfrei sein. Nach der Oberflächenreinigung genügt das einseitige Auftragen des Klebstoffes. Wichtig ist hierbei, dass mehrere Gewindegänge ringförmig benetzt werden, damit sich beim Eindrehen der Schraube der Klebstoff gleichmäßig über die Gewindegänge verteilen kann. Schraubensicherungen können bei Innen - und Außengewinden von Schraubverbindungen aufgetragen werden. Soll ein größeres Gewinde verklebt werden, empfiehlt sich zur Sicherheit ein beidseitiges Auftragen des Klebstoffes.
Bei Sacklochgewinden dagegen sollte der Klebstoff am unteren Ende der Gewindebohrung appliziert werden, da durch das Einschrauben die Luft im Sackloch verdrängt wird und der Klebstoff sich somit in den Gewindegängen verteilen kann.
Schraubensicherungen lösen und wieder verwenden
Mittelfeste Schraubensicherungen können mit üblichen Werkzeugen wieder gelöst werden, ohne dass die Schrauben Schaden nehmen. Hochfeste Schraubensicherungen können nur demontiert werden, wenn sie auf ca. 300  ͦ C erhitzt werden. Ausgehärtete Klebstoffreste können danach mechanisch oder mit Kleb- und Dichtstoffentferner gelöst werden.

Fügen von Wellen und Naben

Beim Fügen von Welle-Nabe-Verbindungen werden Klebstoffe eingesetzt, die unter Luftabschluss aushärten, um die Scherfestigkeit zwischen den zylindrischen Baugruppen deutlich zu erhöhen.
Unterstützung von Presspassungen
Die Belastungsfähigkeit üblicher Press- oder Schrumpfsitze wird durch zusätzliche anaerobe Klebstoffe um ein Vielfaches erhöht. Der Grund dafür ist, dass die Haftreibung zwischen den Bauteilen, durch einen 100 %igen Oberflächenkontakt über den Klebstoff wesentlich unterstützt wird. Die zu übertragenden Kräfte und Momente werden gleichmäßig auf die gesamte Fügefläche übertragen. Der Klebstoff härtet zwischen eng anliegenden Metallflächen aus und verhindert selbständiges Losdrehen und Undichtheiten durch Stöße und Vibrationen.
Verkleben von Spielpassungen
Ohne den Einsatz anaerober Klebstoffe übertragen Spielpassungen zwischen zylindrischen Teilen naturgemäß keine Drehmomente. Der anaerobe Klebstoff härtet zwischen den Zylinderflächen der Spielpassung aus und übernimmt alleine die Kraftübertragung. Je enger die Spalte, desto höher ist die Möglichkeit der Kraftübertragung. Durch die Überbrückung des Passungsspiels wird zusätzlich Passungsrost verhindert.

 

Klebstoffe

Kernsortiment

Liefersortiment

EURO-LOCK
PATTEX
SICHEL
UHU
WD40
WEICON
 

Loctite® Klebstoffe

Die Marke Loctite®, seit 1997 Teil des Henkel-Portfolios, bürgt für Klebstoffe und Dichtstoffe in herausragender Qualität.

Seit der Erfindung der einzigartigen anaeroben Technologie vor mehr als fünfzig Jahren sind Loctite® Klebstoff-Produkte zu unverzichtbaren Bestandteilen vieler Maschinen und Erzeugnisse geworden, die unser tägliches Leben prägen.

Chemische Produkte von
Rheinwerkzeug

Im Bereich der chemischen Produkte bietet Rheinwerkzeug neben Klebstoffen und Schmiermitteln natürlich auch alles Rund um die Themen Reinigungs- und Korrosionsschutzmittel an.

Sicherheitsdatenblätter mit Informationen für den Gebrauch nach REACH, finden sie hier.

Henkel Loctite® Premium Partner

Rheinwerkzeug zählt zu den wenigen Loctite Premium Partner. Es handelt sich dabei um eine Auszeichnung die die langjährige, intensive und gute Zusammenarbeit zwischen Loctite und Rheinwerkzeug widerspiegelt.

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